Nenad Kukurin

Was ist eigentlich „Kukuriku“?

„Kukuriku“ ist eigentlich eine langjährige Tradition, das ist der Nachname Kukurin, das bin ich. „Kukuriku“ ist 1967. entstanden. Mein Vater hat Bauwesen aufgegeben und hat sich der Gastwirtschaft gewidmet. „Kukuriku“ hat eine 120 Jahre lange Tradition in diesem Geschäft. Mein Vater hat das erste À-la-carte-Restaurant in Opatija eröffnet und dank dem Nachnamen Kukurin ist er auf die Idee gekommen, es „Kukuriku“ zu nennen. Das Logo und dieser klingende Name haben auch zum bevorstehenden Erfolg beigetragen. Mein Vater war ein sehr avantgardistischer Mensch und schon in jener Zeit, also 1967, hat er in seinem Restaurant ein Becken mit lebenden Hummern gehabt. Er war überhaupt sehr innovativ und einfach anders. Er war ein immer einen Schritt voraus. Als ich das „Kukuriku“ eröffnet habe, hatte ich schon 6 Jahre internationaler Erfahrung gehabt, so dass mir diese Tatsache in meiner Arbeit hier geholfen hat. Ich habe nämlich 6 Jahre lang im Ausland gelebt. Ich hatte die Idee, das Restaurant in Kastav zu eröffnen, weil ich in Kastav einfach verliebt bin. Also bin ich mit meiner internationalen Erfahrung nach Kroatien zurückgekommen und hatte den großen Wunsch, ein Lokal in Kastav zu eröffnen. Das habe ich auch realisiert. Als wir das Lokal eröffnet haben, haben wir eingesehen, dass wir um einiges anders sein müssen, dass man uns an etwas erkennen soll, und so haben wir uns dem Slow-Food gewidmet. Die ursprüngliche Idee war es nicht, sich ausschließlich mit Slow-Food zu beschäftigen, sondern wir haben einfach angefangen, anders zu kochen. Unsere Kommunikation mit Gästen war anders, unsere Präsentation der Gerichte war anders, und so sind wir allmählich und spontan aufs Slow-Food übergangen. Ich habe dann diese gastronomische Art hier etabliert und bis zum heutigen Tag halten wir uns an denselben Stil. Es ist besonders interessant zu erwähnen, dass wir anfangs kein Menü hatten. Ich würde auch nicht sagen, dass das was wir tun, nur Slow-Food ist, obwohl sich der Großteil unserer Gastronomie als Slow-Food beschreiben lässt, was auch eine große Auswahl an Weinen mit sich bringt, welche man dann sorgfältig mit der Nahrung kombiniert. Wir kochen saisonal, wir bemühen uns, die Lebensmittel, die man in der Umgebung finden kann, zu benutzen, so dass man eine einzigartige Erkennbarkeit von Geschmack und Aroma bekommt, in welcher die Gegend, in der das Gericht entstanden ist, widerspiegelt wird. Außerdem bestehen wir darauf, möglichst viele kroatische Weine mit unseren Gerichten zu kombinieren.

Was ist die Philosophie von „Kukuriku“ (Mission und Vision aus Gästeperspektive)

Wir sind in der Gastwirtschaft tätig und dabei ist dieser „Gast“ an erster Stelle. Wir bemühen uns, dass sich unsere Gäste bei uns wie zu Hause fühlen, dass es ihnen gemütlich ist, dass sie sich entspannen können. Unser Ambient, Athmosphere und unsere Geschichte sind nach den Bedürfnissen unserer Gäste personalisiert, und zwar auf eine charmante, sympathische und zugleich höchst professionelle Art. Professionalität steht bei uns an der ersten Stelle, aber auch Zugänglichkeit und Freundlichkeit, so dass sich Gäste angenehm fühlen.

Wer sind Gäste von „Kukuriku“?

Unser Gast ist jeder, der den Akzent auf Hedonismus setzt; das sind Menschen, die ihren Genuss im Gastro- und Enoangebot finden, die das Schöne mögen und genießen können. Menschen, die Nahrung und Getränke nicht nur als physiologisch Notwendiges betrachten, sondern sie auf eine höhere Ebene erheben und wahren Genuss darin finden.

Was versuchen Sie zu vermeiden?

Langeweile versuchen wir zu vermeiden. Wir möchten vor allem fair und ehrlich sowohl der Nahrung als auch den Gästen gegenüber sein. Wir bemühen uns zu vermeiden, dass unsere Gäste unzufrieden sind; wir versuchen, Fehler zu vermeiden. Natürlich sind wir nur Menschen, und Menschen machen Fehler, aber wir bemühen uns stark darum, Fehler zu vermeiden und unsere Gäste zufriedenzustellen. Wir möchten erkennbar sein und vermeiden, dass uns andere kopieren, obwohl das immer wieder passiert.

Was bedeutet Kastav für „Kukuriku“?

Das ist ein Ort, den Leute gerne besuchen. Wir sind füreinander geschaffen. Kastav ist eine wunderschöne Ortschaft, in der wir sehr gut funktionieren, welche die Gäste besuchen, wo sie sich entspannen, und wir geben der Stadt Kastav ein Image, das sie verdient. Kastav und „Kukuriku“ ergänzen sich gegenseitig.

Einschätzungen und Erwartungen vom „Kukuriku“-Restaurant und „Kukuriku“-Hotel.

Wir schließen das alte und öffnen ein neues Buch, ein Buch, das mehr Seiten hat, das viel ernster ist, in dem wir uns besser beweisen und zeigen können, was wir wissen und wozu wir fähig sind, was wir bisher teilweise nicht zu zeigen in Lage waren. Das ist unser Projekt, aber teilweise auch das Projekt der ganzen Gesellschaft und der ganzen Stadt. Wir haben eine gute Voraussetzung, weil wir ein Objekt konstruiert haben, das keine wahre Konkurrenz im Sinne einer authentischen und persönlichen Geschichte hat, die man mit einer schönen Unterkunft ergänzen kann. Wir werden unser Niveau behalten, aber zugleich werden wir versuchen, noch besser zu werden und wir werden weiter an Einfallsreichtum und Kreativität bestehen, denn jetzt haben wir auch eine Infrastruktur, die ein solches Unterfangen unterstützt. Der Angebotsstandard, den wir jetzt erhalten wollen, ist sehr hoch, aber es ist auch wichtig, solche Standards aufzustellen, die man an täglicher Ebene erhalten kann.

Wann und wie entstehen Ihre kulinarischen Kreationen?

Auf unterschiedliche Weisen. Eine Weise besteht darin, dass wir durch die Welt reisen und uns anschauen, wie es bessere von uns oder wenigstens die gleich guten machen. Das Niveau kann dasselbe sein, aber die Philosophie und Kultur unterscheiden sich, und dadurch auch die Lebensmittel. Das ist eine Art und Weise, wie wir unsere Inspiration bekommen. Die zweite ist, den Marktplatz zu besuchen. Am Marktplatz findet man neue Lebensmittel, und so entstehen auch neue Ideen, die in Gerichte umgewandelt werden. Deswegen habe ich keine Lieferanten, sondern gehe fast jeden Tag alleine zum Marktplatz. Dort profitiere ich, weil ich einfach ein Kilo „etwas“ finde und gleich eine Idee bekomme, daraus etwas Interessantes zuzubereiten. Darin sieht man eine gewisse Ehrlichkeit in der Gastronomie, für die wir von ganzem Herzen stehen. Wir bereiten die Gerichte zu, die wir alleine essen möchten. Wir haben viel Erfahrung und wir essen und trinken gerne, weswegen wir auch verstehen, was wir tun und kein Problem damit haben, neue Gerichte zu kreieren. Wir kochen auf dieselbe Art und Weise wie man Jazz spielt – durch Improvisationen, weil wir viel Erfahrung haben und auf Professionalismus basieren. Deswegen können wir uns auch solche Improvisationen leisten.

Nenad Kukurin - Hotel & Restaurant Kukuriku Kastav
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